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# Web und Sichtbarkeit
Firmenauftritt neu gebaut, Blog von einer fremden Plattform zurückgeholt, beides für Suchmaschinen aufbereitet. Umfang heute: 18 Seiten und 86 Blogartikel.
**Statisch bleibt statisch.** Kein Redaktionssystem im Livebetrieb, kein Framework, kein nachgeladenes Skriptpaket – ausgeliefert wird fertiges HTML. Redaktionell gepflegt wird in einem lokalen System, veröffentlicht wird ein Abzug daraus. Das hält die Seite schnell und die Angriffsfläche klein.
## Was die Praxis gelehrt hat
**Die teuerste Annahme war die über das eigene System.**
Ein Auftrag zur Fehlerbehebung ging davon aus, dass die Seiten von einem bestimmten Skript erzeugt werden. Die Überprüfung ergab: **Dieses Skript existiert nicht.** Der Umbau war seinerzeit einmalig von Hand gelaufen und nie festgehalten worden.
Hätte man das nicht geprüft, wären Korrekturen an einer Stelle vorgenommen worden, die es gar nicht gibt. Stattdessen wurden beide Befunde ihrer **tatsächlichen Quelle** zugeordnet – und daraus folgte eine zweite Erkenntnis über die richtige Reparaturstelle:
- Fehlende Bildbeschreibungen stammen aus dem Redaktionssystem → dort korrigiert, damit **jeder künftige Abzug** von selbst richtig ist
- Zu lange Seitentitel entstanden erst beim Umbau → dort korrigiert
Dieselbe Sorte Fehler, zwei verschiedene Orte. Wer beides am Ende der Kette repariert, macht es bei jeder Veröffentlichung neu.
**Siebenundsiebzig Links ins Leere.**
Die Blogübersicht zeigte 84 Kacheln – erzeugt worden waren aber nur sechs Einzelartikel. Aufgefallen ist das nicht beim Draufsehen, sondern durch eine **maschinelle Prüfung aller Adressen aus der Sitemap**. Nach dem Nachziehen: 97 Adressen, 97-mal erreichbar, null Fehler. Die Prüfung wurde später wiederholt – gleiches Ergebnis, keine Verschlechterung.
**Ein Aufräumen kostete die einzigen Originale.**
Beim Leeren eines Arbeitsordners verschwanden 15 Original-PDFs, darunter zwei nie veröffentlichte. Die Risiken waren vorab benannt worden – passiert ist es trotzdem. Wiederhergestellt aus der Sicherung, vollständig.
Die Konsequenz war nicht „besser aufpassen", sondern eine **strukturelle**: Skripte und Daten liegen seitdem getrennt, an einem festen Ort.
**Drei Viertel des Textes fehlten – und es fiel fast nicht auf.**
Beim Umstellen der Dokumente auf das neue Design erzeugte der Generator Fassungen, die auf den ersten Blick vollständig aussahen. Tatsächlich waren es **gekürzte Neuformulierungen**: zwei Seiten statt zwanzig, und sämtliche Abbildungen fehlten. Alle 15 Dokumente wurden aus den Originalen getreu rekonstruiert.
Was hier hilft, ist eine schlichte Messgröße: Seitenzahl und Dateigröße. Ein Dokument mit 38 Kilobyte statt 626 ist kein Formatierungsunterschied.
**Der Probelauf vor dem Umschalten hat sich bezahlt gemacht.**
Vor der Veröffentlichung der neuen Fassung lief die Übertragung zunächst im Trockenmodus. Dabei zeigte sich, dass zwei Verzeichnisse **ausgenommen werden müssen** – darunter eines, das für die Verschlüsselungszertifikate zuständig ist. Ein Abgleich ohne diese Ausnahme hätte die Seite unerreichbar gemacht.
Ebenfalls dort aufgefallen: Ohne eine Versionskennung an der Stilvorlage hätten Stammbesucher weiterhin das alte Aussehen gesehen – ihr Browser hätte die alte Datei behalten.
## Entscheidungen mit Begründung
| Entscheidung | Warum |
|---|---|
| Eigene Leitfarbe statt Blau | Der Wettbewerb ist blau-lastig; die Farbe unterscheidet |
| Kein externer Schriftdienst, keine Bibliotheken | Ladezeit und Unabhängigkeit |
| Blog auf eigenem System statt fremder Plattform | Die Inhalte gehören ins eigene Haus |
| Rechtliche Pflichtseiten nicht in die Sitemap | Sie sollen erreichbar, aber nicht beworben sein |
| Auch die kleinere der beiden großen Suchmaschinen einrichten | Sie ist die Standardsuche in der Windows-Welt – und speist mehrere KI-Assistenten. Die Zielgruppe sitzt dort |
**Barrierefreiheit** ist an einzelnen Stellen berücksichtigt – sichtbare Fokusmarkierungen, tastaturbedienbare Menüs, handgeschriebene deutsche Bildbeschreibungen. **Ein systematisches Audit gab es nicht.** Kontrastwerte und Screenreader-Verhalten sind ungeprüft; das wäre der nächste ehrliche Schritt.
## Was messbar ist — und was nicht
**Belegt:**
| | |
|---|---|
| Adressen in der Sitemap | 13 → **97** |
| Erreichbarkeitsprüfung | **97 von 97**, null Fehler |
| Seitentitel über der empfohlenen Länge | **0** (längster genau 60 Zeichen) |
| Bilder ohne Beschreibung im Blog | **0**, über alle 86 Seiten geprüft |
| Strukturierte Daten | zwei gültige Einträge, keine Fehler |
**Nicht belegt – und deshalb hier auch nicht behauptet:**
Es gibt **keine Ladezeitmessung**. Die statische Bauweise ist ein gutes Argument, aber ein Argument, keine Zahl. Ebenso fehlen Sichtbarkeitszahlen: keine Impressionen, keine Klicks, keine Platzierungen. Die Auswertung beginnt erst, wenn genug Zeit vergangen ist.
Eine Erwartung ist bereits festgehalten: Die alten, kurzen Blogbeiträge werden **voraussichtlich nicht vollständig** indexiert. Das ist bei Bestandsartikeln normal und kein Defekt – es vorher zu sagen ist ehrlicher, als es hinterher zu erklären.
## Woran wir gerade arbeiten
- **Den Veröffentlichungsweg automatisieren.** Heute ist er halb von Hand – und wie der erste Abschnitt zeigt, war er zeitweise nicht einmal dokumentiert
- Nachkontrolle, ob die Suchmaschinen den vollständigen Umfang erfasst haben
- Die Dokumentationsseite auf einen Weg umstellen, der echtes HTML und volle Kontrolle über die Suchmaschinen-Angaben erlaubt
## Was wir daraus mitnehmen
Zwei Dinge. **Prüfe die Annahme über das eigene System, bevor du daran arbeitest** – der teuerste Umweg entstand aus einer Pipeline, die es nicht gab. Und: **Repariere an der Quelle, nicht am Ergebnis.** Ein Fehler, der im Redaktionssystem behoben wird, ist bei der nächsten Veröffentlichung weg. Einer, der im fertigen HTML behoben wird, kommt wieder.
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*Stand: 27.07.2026*
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